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Liquipaedia: Was bedeutet „Terroir“? | Journal19 | Clos19 Deutschland

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Liquipaedia

Was bedeutet „Terroir“?

Der Begriff „Terroir“ wird oft verwendet, wenn man von Wein spricht. Aber was bedeutet dieses französische Wort eigentlich genau? Fest steht, dass es keine wirkliche Übersetzung dafür gibt. „Terroir“ kann vieles beinhalten: Klima, Bodenqualität aber auch die geographische Lage.

Viele Franzosen werden Ihnen bestätigen, dass ein Diner mit Produkten vom „Terroir“ besser klingt als ein banales Abendessen. Das Zauberwort „Terroir“ wird oft dann verwendet, wenn man etwas qualitativ Wertvolles mit Tradition beschreiben will.

„Terroir“ ist eine französische Bezeichnung, der Begriff selbst kennt jedoch keine geographischen Limits: Kobe Rindfleisch aus der Hyogo Präfektur in Japan, Italiens Parmigiano Reggiano, aber auch schottischer Whisky und polnischer Wodka... die Liste ist endlos. Alle diese Spezialitäten kommen aus einer ganz bestimmten Region.

Der Sauternes beispielsweise, dieser süß-goldene Wein, darf nur in der Region Sauternais südlich von Bordeaux angebaut werden. Der blaue Schimmelkäse Roquefort wird exklusiv in den felsigen Höhlen von Roquefort-sur-Soulzon im Larzac gelagert. Für Winzer ist das Anbaugebiet essenziell. Klimabedingungen, Anzahl der Regentage, Beschaffenheit des Bodens...all dies sind grundlegende Faktoren, die für die Qualität des Weines ausschlaggebend sind. Hugh Johnson, ein bekannter Weinkenner und Schriftsteller schrieb einmal sehr treffend: „Im Gegensatz zu anderen Produkten ist die Herkunft bei Wein entscheidend.“ Dem kann man eigentlich nur zustimmen.

„Terroir“ bedeutet also Regionalität, wobei die dort lebenden Menschen eine entscheidende Rolle einnehmen. Winzer müssen ihr Land gut kennen, um es richtig bearbeiten und optimal nützen zu können. Deshalb ist der historische Aspekt hier nicht zu unterschätzen. Genau dieses uralte Wissen wird oft von einer Generation an die nächste weitergegeben.

Dies kann man besonders im Burgund erleben wo einige Weingüter die Bezeichnung „Climats“ tragen. Dies bedeutet, dass sie seit dem Mittelalter existieren. Seit Juli 2015 stehen sie auf der Welterbe-Liste der UNESCO. Doch im Burgund ruht man sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und blickt lieber in die Zukunft. Veuve Clicquot hat sich entschieden, bis zum Jahr 2020 alle Pestizide aus der Produktion zu verbannen.

Single Malt Whisky aus Schottland ist ein typisches Beispiel für die Bezeichnung „Terroir“. Der Whisky Glenmorangie kommt aus einer einzigen Region, dem schottischen Hochland, und seine Wasserquelle sind die Tarlogie Springs. Ardbeg hingegen besitzt diesen jodhaltigen Geschmack der Islay Insel. Im Osten Europas finden wir den einzigartigen polnischen Vodka Belvedere aus goldenem fermentiertem Roggen, mit reinem Wasser aus Zyrardow. Lesen Sie, was Claire Smith darüber erzählt.

Trotzdem sollte man achtsam bleiben - der Begriff „Terroir „wird heute oft für Marketingzwecke verwendet. Gehen Sie mal aufmerksam durch einen französischen Supermarkt... Sie werden erstaunt sein, wie viele „Terroirs“ Sie finden werden. Einzig und allein die Zertifikate AOC oder Label Rouge zeugen wirklich von der Herkunft und garantieren die Qualität. Epicureans, bleibt wachsam!