Skip to content Skip to navigation

Tim Heath, Kellermeister von Cloudy Bay | Clos19 Deutschland

Versand nach:

Rufen Sie uns an — 0800 5892 681

Wann Sie uns erreichen

Montag bis Samstag 8.00 bis 22.00 Uhr

DE Kostenfreie Standardlieferung für alle Bestellungen ab 155€
Kostenfreie Standardlieferung für alle Bestellungen ab 155€

Insider Talks

Tim Heath, Kellermeister von Cloudy Bay

Tim Heath hat uns erzählt, wie es dazu kam, dass er das Weingeschäft der Chemie vorzog, wie er seine internationale Erfahrung als Kellermeister bei Cloudy Bay einbringt, wie er sich mit seinen Zwillingssöhnen im Sandkasten sitzt und Bier im Schuppen braut …

Inwiefern ist Cloudy Bay ein anschauliches Beispiel für die Einzigartigkeit des neuseeländischen Terroirs?

Bei unserem Weinanbau und unserer Weinerzeugung sind wir stets bemüht, nichts zu erzwingen. Unser Ziel auf dem Weingut ist es, dass wir unsere Reben ganz in Ruhe wachsen und gedeihen lassen so dass sie ihren Platz in der Welt reflektieren: die Böden, das Klima. Unsere Kellermeister nehmen die Trauben von diesen Weinbergen und ermöglichen ihnen, sich in ihrer reinsten Form zu entfalten. Wir tricksen nicht groß herum, übertreiben es nicht mit dem Eichenholz oder sonstigen Spielereien. Wir sind keine abwesenden Eltern, aber auch keine Helikoptereltern. Wenn wir uns ein Glas von unserem Wein einschenken, möchten wir sicher sein, dass darin zum Ausdruck kommt, wo wir herstammen, und dass er köstlich schmeckt.

Können Sie beschreiben, wie sich der erste Schluck von einem Glas Cloudy-Bay-Wein anfühlt?

Leicht, hell und klar, ein Genuss.

Sauvignon blanc und Pinot noir sind die typischen Rebsorten Neuseelands und auch die von Cloudy Bay. Wie kam es, dass diese Trauben und Weine eine solche Beliebtheit erlangten? Und wie kamen diese Reben überhaupt nach Neuseeland?

Neuseeland war seit jeher ein Land der Pioniere, ein Terrain, wo Menschen hinkamen und aus dem Nichts heraus etwas aufbauten. Wein wird hier schon fast seit der Zeit kultiviert als die ersten Europäer eintrafen, doch in der Anfangsphase experimentierte man ziemlich wild herum, und die Leute pflanzten viele verschiedene Rebsorten an, weil sie herausfinden wollten, was funktioniert. Bis 1978 wurde in Marlborough kein Sauvignon angebaut, doch als man damit begann, war sofort klar, dass zwischen unserem Klima sowie unseren Böden und dieser Rebsorte eine gleichsam natürliche und einzigartige Verbindung besteht. Eine Sorte, von der David Hohnen, der Gründer von Cloudy Bay, erkannte, dass sie echtes Potenzial besitzt – und das ist der Grund, warum wir unser Weingut um diese Sorte herum aufgebaut haben.

Am Anfang wurde der Pinot noir in Marlborough für Schaumwein verwendet, doch im Laufe der Jahre verlagerte sich der Anbau mehr zum Süden des Waireau Valley hin, wo wir auf Lehmböden stießen. Die Pinot-noir-Trauben, die für den „Cloudy Bay Marlborough Pinot Noir“ zum Einsatz kommen, werden alle auf diesen Lehmböden angebaut, die dem Wein unserem Dafürhalten nach seine Dichte, seine Struktur und Eleganz verleihen. Und die letzte entscheidende Zutat ist für uns das Alter des Weines, das noch das Seine zu dessen lagentypischem Charakter beiträgt.

Im Gegensatz dazu hat sich die Region Central Otago einen starken Ruf um den Pinot noir als Stillwein aufgebaut. Das Kontinentalklima, die diversen Böden und ausgesetzten Lagen haben eine gänzlich andere Spielart dieser Rebsorte hervorgebracht als in Marlborough. In dieser Region entstehen tendenziell Weine mit einer ausgeprägten Balance zwischen Säure, Konzentration und Kraft.

Was war 2017 für ein Weinjahr?

2017 stellte uns gegen Ende der Wachstumsperiode vor einige Herausforderungen. Dass unser Fokus auf einem geringen Ertrag und einem fein ausgeklügelten Canopy-Management – also der sorgfältigen Pflege des Laubdaches – lag und wir zugleich in Lagen anbauten, in denen der Wein schon früh reif war, führte dazu, dass wir unsere Trauben alle schon vor dem Einsetzen des Regens zum Saisonende geerntet hatten. Die daraus erzeugten Weine zeichnen sich durch eine exzellente Konzentration, Ausgewogenheit und Finesse aus.

Einige der Weinberge von Cloudy Bay liegen in Central Otago, einer der südlichsten Weinbauregionen der Welt. Wie wirkt sich das auf den Weinanbau und die Weinbereitung aus?

Central Otago wartet in verschiedener Hinsicht mit ziemlichen extremen Bedingungen auf. So kann es binnen 24 Stunden sowohl sehr kalt als auch ausgesprochen warm sein, das heißt, wir haben hier starke Tagesschwankungen. Das hat erstaunliche Vorzüge in Sachen Reifung, und es verleiht den Trauben sowohl eine angenehme Säure als auch eine fantastische Reife, sodass faszinierende, ausgewogene und harmonische Weine entstehen. In der Kellerei suchen wir einfach nur nach Möglichkeiten, die Trauben in einen guten Wein zu verwandeln, doch wir wollen sie nicht verfremden. Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere Weingüter Calvert und Northburn ganz unterschiedliche Sorten hervorbringen, und das Verschneiden ist eine unserer Haupttätigkeiten; wir möchten aus beiden das Beste herausholen. In Calvert werden elegante, geschmeidige Pinot-noir-Weine hergestellt, während die Northburn-Weine sehr schön strukturiert und von nachgerade architektonischer Klarheit sind.

Um den „Te Wahi“ zu dem Wein zu machen, der er ist, brauchen wir beides – herrlich süffige Anteile, aber auch Anteile mit der nötigen Struktur und Konzentration, denn nur so lässt sich ein perfektes Ergebnis erzielen.

Wie sieht es mit der Lagerfähigkeit der Cloudy-Bay-Weine aus?

All unsere Weine sind darauf ausgelegt, dass man sie schon jung genießen kann, doch auch, wer sie sachgerecht lagert, wird belohnt. Der „Te Koko“, der „Chardonnay“ und der „Pinot noir“ lassen sich mindestens zehn Jahre lagern, ohne an Eleganz zu verlieren. Und am längsten von allen lässt sich vielleicht der „Cloudy Bay Sauvignon Blanc“ aufbewahren! Dieser Wein, der zunächst mit den Aromen des Weinbergs aufwartet, verwandelt sich in einen sehr konzentrierten, exzellenten alten Weißwein – doch bis es so weit ist, braucht es mindestens 15 Jahre.

Welches Gericht ist für Sie das Nonplusultra zu einem …

  • „Cloudy Bay Sauvignon Blanc“ (oder „Te Koko“)?

Dazu müsste es für mich Sashimi von fangfrischen Jakobsmuscheln aus den Marlborough Sounds sein.

  • „Cloudy Bay Pinot Noir“ (oder „Te Wahi“)?

Mein Favorit dazu wäre eine schonend gegarte neuseeländische Lammschulter.

Sie waren als Kellermeister in Australien und Frankreich tätig. Gelangten Sie zu irgendwelchen neuen Erkenntnissen, als Sie 2005 Ihren Job in Neuseeland antraten?

Die größte Entdeckung war, wie perfekt ausgewogen die Trauben hier sind. Man muss keine Säure hinzufügen, die Aromen sind frisch und die Früchte dabei doch vollständig reif. Die Weine vermitteln etwas von der Reinheit der Landschaft, die uns hier umgibt.

Wie sieht für den Kellermeister auf Cloudy Bay ein typischer Tag aus, und was machen Sie, wenn Sie gerade keinen Wein herstellen.

Ein typischer Tag während der Erntezeit beginnt mit einem Besuch des Weinbergs am frühen Morgen, wo ich die Trauben koste, um ihren Reifezustand zu beurteilen. Dann geht es zurück in die Kellerei, wo die Fermente getestet werden und wir damit beginnen, die Trauben in Wein zu verwandeln. Das ist eine Menge Arbeit, doch das wahre Vergnügen besteht darin zu verfolgen, wie das in harter Arbeit gewonnene Erzeugnis der Weinberge seinen Weg in Richtung Flasche nimmt. Jedes Glas Wein ist eine Art Zeitkapsel, die Zeugnis ablegt von der Saison und unseren Anstrengungen während des ganzen Jahres.

Wenn ich gerade nicht mit der Weinherstellung beschäftigt bin, liebe ich es, in die unberührte Natur abzutauchen und zum Fliegenfischen zu gehen oder Zeit mit meinen Zwillingssöhnen und meiner wunderbaren Frau zu verbringen.

Wie würden Sie auf Cloudy Bay die Kunst des Gastgebens definieren? Und wie in Neuseeland generell?

In Neuseeland ist schon von Natur aus alles äußert entspannt. Auf Cloudy Bay geht es bei der Kunst des Gastgebens darum, sich an dem vielen Platz und der Zeit, die uns umgibt, zu erfreuen. Neuseeland ist ein fantastisches Land, in dem die Natur und ihre Schönheit unser tägliches Leben prägen. Für mich persönlich bedeutet das, die Marlborough Sounds auf einer tollen Yacht zu genießen, barfuß und mit ein paar Gläschen Sauvignon, oder aber mir ein köstliches Dinner zu gönnen, zubereitet von einem privaten Chefkoch in unserem „Shack“, und es mir danach vor dem offenen Kamin gemütlich zu machen. Wir schätzen es sehr, unsere Freizeit, unser Leben und ein Glas Wein zu genießen.