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Liquipaedia: New Zealand | Clos19 Deutschland

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Die Liebe der Welt zu neuseeländischem Wein – wie alles seinen Anfang nahm...

Unter den Weinländern gehört Neuseeland zu den absoluten Newcomern; die Weine aus seinen Anbaugebieten sind in vielen internationalen Weinkellern aber dennoch bereits regelmäßig vertreten. Wie kommt das?

Fragt man Menschen im UK oder der USA, welches Land sie am ehesten mit Sauvignon Blanc – und heutzutage sogar auch mit Pinot Noir – assoziieren, lautet die Antwort (zum völligen Entsetzen Frankreichs) mit großer Wahrscheinlichkeit „Neuseeland“. Wenn man bedenkt, dass der berühmte Weißwein Sancerre, der seit den 1930ern weltweit zu den beliebtesten Weinen gehört, aus der Sauvignon-Blanc-Traube hergestellt wird, wird einem klar, welch hervorragende Arbeit Neuseeland bei der Eroberung dieses Marktes geleistet hat. Der Kiwi-Sauvignon hat auch eine neue Form von Pinot Noir mit sich gebracht; ähnelt einem Burgunder, ist aber eine Spur fruchtiger und hat einen volleren Körper. Außerdem eine neue Form von Chardonnay, der ebenfalls um einiges fruchtiger ist, aber dennoch von hoher Qualität. Und jetzt, da die Trauben dieses Landes den Markt erobert haben, greifen wir im Regal vertrauensvoll auch zu Pinot Gris, Gewürztraminer, Albarinho und weiteren Trauben aus Neuseeland, obwohl andere Anbaugebiete – zumindest momentan noch – wesentlich bekannter dafür sind.

Möglicherweise haben seine unglaublich frische Luft sowie der Blick über seine unendlichen, grünen Weiten und seine langgestreckten Küsten unsere Aufmerksamkeit auf diesen Erdteil gelenkt. Die unkomplizierte Kennzeichnung und die schlichte, fruchtig-frische Eleganz neuseeländischen Weins scheint das Land, aus dem er stammt, in seinem reichhaltigen Geschmack ebenso wie in seiner hohen Qualität und seiner direkten Herangehensweise widerzuspiegeln. Kommen zu dem Ganzen dann noch eine boomende Gastroszene und luxuriöse Unterkünfte in reiner Natur hinzu, kann man gar nicht anders als sich in Neuseeland zu verlieben – als Land für guten Wein und gutes Essen ebenso wie als Reiseziel.

Neuseeland mag einem zwar wie ein Newcomer in der Winzerszene vorkommen, Aufzeichnungen zufolge wurde jedoch bereits 1819 in der Bay of Islands das erste Mal Wein angebaut. Später landete der geheimnisvolle Schotte James Busby, ein Winzer, der sich bereits in Australien einen Namen gemacht hatte, an Neuseelands Küste. Er erkannte das Potential des Landes jenseits der Tasman-See und begann Wein herzustellen, der an das britische Heer verkauft werden sollte. Die Weinindustrie florierte daraufhin, erlebte mit der epidemischen Ausbreitung der Weinreblaus und dem Beginn der Prohibition (um nur einige „freudige“ Ereignisse zu nennen) jedoch einen Einbruch. Erst in den 1960ern kam es infolge internationaler Investitionen und aufgrund enormer Entwicklungen in den Bereichen der Ausrüstung und der Technik zu erneutem Wachstum.

Für neuseeländischen Wein brach ein neues Zeitalter an. Als in den 1970ern ein Bericht über das Potential der Marlborough-Region erschien, zog das die ersten kommerziellen Bepflanzungen nach sich. In diesem frühen Stadium erwiesen sich Sauvignon Blanc und Chardonnay als die Trauben, die den charakteristischsten Wein erzeugten. Doch erst Ende der 1980er-Jahre, als australische Weinimporte begannen, den neuseeländischen Markt einzunehmen, zeigten die Kiwi-Winzer Engagement und starteten eine beeindruckende Exportkampagne, die, wie wir heute wissen, äußerst effektiv war.

Etwa zur gleichen Zeit, also Mitte der 1980er und damit lange nach James Busby, kam eine weitere australische Winzer-Ikone nach Neuseeland: pioneer Dave Hohnen , der Gründer der erfolgreichen Kellerei Cape Mentelle im Westen Australiens. Beeindruckt vom Geschmack des neuseeländischen Sauvignon Blancs, gründete Hohnen in Marlborough eine Kellerei namens Cloudy Bay, deren kräftiger Sauvignon Blanc aufgrund seines Rufs, den Hohnen in Australien genoss, sowohl im Inland als auch im Ausland bereitwillig aufgenommen wurde.

Der Rest ist Geschichte; Cloudy Bay brachte der Welt einen Sauvignon, der ganz anders war, als man ihn bisher kannte und schnell Anhänger fand … und das restliche Land zog nach. Nach Marlborough begannen Central Otago und andere wichtige Anbaugebiete ihre eigenen Interpretationen der jeweiligen Sorten herzustellen, die nun mit den berühmtesten Weinen der Welt konkurrieren. Für einen Newcomer gar nicht mal schlecht…