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Die Legende um die Bloody Mary | Clos19 Deutschland

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Liquipaedia

Die Legende um die Bloody Mary

Von der Pariser Bohème der 20er Jahre nach New York – der klassische Longdrink verbindet diese beiden faszinierenden Städte.

Die originellste Version der Story um den Bloody Mary beginnt in Paris, wo Ernest Hemingway als Stammgast einer der glamourösesten Hotelbars nach einem Cocktail verlangt haben soll, der weder nach Alkohol aussah noch danach roch. Er hatte nämlich von seinem Arzt und seiner Ehefrau Marystrengstes Alkoholverbot bekommen. In dem Buch „Have and Have another: A Hemingway Cocktail Companion“erfährt man Details über die Begegnung zwischen Hem und dem Barkeeper aus dem Ritz, der in den 1950er Jahren das Originalrezept kreiert haben soll.

Leider passen die Daten nicht: Hemingway hatte das Rezept schon in einem Brief an seinen Freund Bernard Peyton im Jahre 1941festgehalten:

Alle Zutaten wie russischen Wodka, kalten Tomatensaft, Zitronensaft, Tabasco, einen Esslöffel Worcestersauce, Sellerie- Salz, Cayenne- Pfeffer und schwarzen Pfeffer in ein Rührglas mit Eis geben und gut vermischen.... falls der Geschmack zu intensiv ist, mit Tomatensaft abrunden, eventuell noch mit Wodka abschmecken. Auch die Dosierung von Zitronensaft ist Geschmackssache. Falls Sie einen schlimmen Kater bekämpfen wollen, nehmen Sie einfach mehr Worcestersauce, aber versuchen Sie, den schönen Rotton beizubehalten.

Die Geschichte klingt jedenfalls sehr romantisch, wobei der Ursprung der Legende wohl schon in den 20er Jahren lag, also zwei Jahrzehnte vor der Hochzeit Hemingways mit Mary und drei Jahrzehnte, bevor er von seinem Leibarzt Alkoholverbot aufgebrummt bekam.

Heute nimmt man an, dass der Barmann Fernand Pete Petiot aus der Pariser New York Bar (die spätere Harrys New York Bar an der Place Vendôme) den Cocktail kreiert haben soll. (Nicht nur Hemingway, sondern auch Rita Hayworth, Humphrey Bogart und der Duke of Windsor waren dort Stammkunden. Auch der Side Car und der White Lady sollen dort kreiert worden sein.)

Mitte der 20 er Jahre galt Wodka der absolute Newcomer in der Stadt und es dauerte eine Weile, bis er sich durchsetzen konnte und eine Fangemeinde bekam. Er galt im Vergleich zu den damaligen Favoriten Gin und Whisky als geschmacklos. Wodka war beliebter Begleiter von Kaviar, der damals in Paris vor allem von den ausgewanderten Anti-Kommunisten aus Weissrussland getrunken wurde. Petiot, sagt man, soll damals ein ganzes Jahr lang an Rezepten mit dem neuen Alkohol getüftelt haben.

Die amerikanische Gemeinde in Paris hatte in der Zwischenzeit diese Bar zu ihrem neuen Headquarter auserkoren. Eines Abends bat der Barmann einen Kunden um Namensvorschläge für seine neue Cocktailkreation. Der besagte Kunde war der amerikanische Unterhaltungskünstler Roy Barton, der sich dabei angeblich an einer Kellnerin bei The Bucket of Blood, einem beliebten Lokal in Chicago inspirierte.

Eine Anekdote, die gerne von Harry's Bar-Gründer Harry MacElhone erzählt wird, hält fest, dass der Cocktail nach einer Frau benannt wurde, die stundenlang an der Bar auf ihren Freund wartete. Andere Musen sollen der Hollywood-Stummfilm-Star Mary Pickford oder Queen Mary I gewesen sein. Aber die Bloody Mary, wie wir sie heute kennen – ein begehrter Drink beim Sonntags Brunch und DAS stilvolle Heilmittel gegen den morgendlichen Kater - stammt aus New York.

In den 1930 er Jahren ging Petiot nach New York, wo er als Barmann im St Regents Hotel engagiert wurde. Für damalige Geschmäcker galt die Bloody Mary als ausdruckslos, Petiot wurde gebeten, sie ein wenig zu „boosten“. So kam eben noch mehr schwarzer Pfeffer, Cayennepfeffer, Worcestersauce und Zitrone dazu - der Drink wurde zum Klassiker.

Aus dem Buch „Have and Have another: A Hemingway Cocktail Companion“ von Philip Green, Perigee Penguin 2015.